„Man sagt: Man könne den Menschen beim Spiel am besten kennenlernen; seine Leidenschaften zeigten sich da offen und wie in einem Spiegel.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Dass sich dieses Sprichwort auch in der Geschäftswelt zunehmend bewährt, zeigt die steigende Beliebtheit von Gamification-Methoden und Serious Games mit Business-Anwendung. Dennoch denken die wenigsten Menschen bei der Arbeit ans Spielen, besonders in solch besorgniserregenden Zeiten wie jetzt. Ganze Firmen wurden ins Home-Office versetzt und sehen sich mit Krisenmanagement und Kurzarbeit konfrontiert, also den ernsthaften Dingen.

Die Macht von Serious Games

Doch auch Spiele können ernsthaft sein. Es liegt sogar eine (nicht immer direkt sichtbare) Macht in ihnen: Sie können uns vor Augen führen, wie wir miteinander umgehen, wie wir kommunizieren, Entscheidungen treffen, Ziele setzen, Dankbarkeit zeigen, uns organisieren. Schon als Kind bauen Menschen durch spielen emotionale, soziale, motorische und kognitive Kompetenzen auf. Durch das Spiel machen sich Menschen Beobachtungen, Geschehnisse, Situationen und Erlebnisse begreifbar. Ein Spiel kann Abstraktes erfahrbar machen. Und damit sind wir dann doch ganz schnell bei der Bewältigung von Krisen.

Wir setzen Serious Games und Gamification regelmäßig in unseren Projekten ein. Im Anschluss gibt’s drei unserer Erkenntnisse , die dafür sprechen, auch in der Krise mit Kreativität und Spaß an der Arbeit vorzugehen.

1. Beim Spielen wird die Unternehmenskultur greifbar

Eine motivierende und resiliente Unternehmenskultur ist ein ausschlaggebender Faktor in der Bewältigung von Krisen. Schauen wir uns Unternehmenswerte an: Was bedeuten Werte wie Zusammenhalt, Kollaboration und Vertrauen für das Team? Wie sind sie in alltäglichen Handlungen und der Kommunikation wahrnehmbar? Wie äußern sie sich im Führungsverhalten? Die Unternehmenskultur ist oft abstrakt und ungreifbar. Was die Stärken einer Organisationskultur wirklich ausmacht, wird erst bei  spielerischen Herausforderung konkret und greifbar.

Eine gemeinsame Game Challenge bietet die Möglichkeit, sich in einem geschützten Raum in kulturellen Werten zu erproben und diese sichtbar zu machen. Durch den spielerischen Ansatz können implizite Annahmen in der darauffolgenden Reflexion explizit gemacht werden. Das heißt, hilfreiches und hinderndes Verhalten zu erkennen, eine gemeinsame Sprache zu schaffen und einen lebendigen Transfer in den Arbeitsalltag zu vollbringen.

Und das Beste daran: in der Regel spielen wir in sozialer Interaktion mit Gegenständen in unseren Händen. Diese Gegenstände können wir als Erinnerung an das Gelernte mitnehmen, sei es geistig als Symbol (zB das gemeinsame Erfolgserlebnis im Escape Room) oder als Mitbringsel auf dem Schreibtisch (die in Lego geformte Abteilungsstrategie).

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2. Simulationen erlauben Re-Framing von Verhaltensmustern

In Spielsimulationen, also der Re-Kontextualisierung realer Situationen mit spielerischen Mitteln, konstruieren sich die Akteure eine neue Persönlichkeit, gleichbar eines Avatares. Berufliche Rollenbilder werden dadurch neu geordnet, was ermöglicht, dass sich das Team von gewohnten Kommunikationsmustern löst und neue, spannende Verhaltensweisen an den Tag treten. Die Abteilungsleiterin wird auf einmal zur Zuarbeiterin, der Praktikant übernimmt eine zentrale Koordinationsfunktion. In solchen Settings werden Kompetenz- und Wissenslevel auf eine Ebene gebracht:  Alle Teilnehmenden sind gleich gefordert durch die vorher unbekannten Spielregeln und müssen ihre Persönlichkeit, Fähigkeiten und Kenntnisse neu einbringen – Hierarchien werden aufgebrochen.

Das Wertvolle hierbei ist, dass in der Reflexion Glaubenssätze explizit werden, die vorher höchstens unbewusst wahrgenommen wurden. Denn auch im Spiel bringen Menschen ihre Bedürfnisse, Ängste, Wünsche oder Ziele ein. Spannend wird es, wenn diese in sozialer Interaktion und einem sicheren psychologischen Rahmen neu organisiert und abgestimmt werden müssen. 

3. High Performance durch ein gemeinsames Ziel

Wer schon einmal in einem High-Performance Team gearbeitet hat, weiß wie kraftvoll ein klares, gemeinsames, motivierendes Ziel ist. Es gibt dem Team nicht nur Orientierung und Ausrichtung, sondern reduziert auch den Koordinationsbedarf in verteilten, globalen Teams.

Der zentrale Bestandteil eines Spieles, nämlich künstlich geschaffene Herausforderungen (in real z.B. das Umsatzziel) unter Berücksichtigung von Regeln (in real z.B. der Budgetrahmen) zu bewältigen, kann einen gewaltigen Flow erzeugen. Eben jener Flow ist ein kraftvolles Gefühl, das im Game-Design bewusst hervorgerufen und reflektiert werden kann.

Neben einem motivierenden Ziel sind auch Verhaltensweisen wie eine transparente Kommunikation, ehrliches und wertschätzendes Feedback und eine offene Fehlerkultur sehr hilfreich. Alles in allem sprechen wir dabei von einer vertrauensbildenden Selbstorganisation, die vor allem in Unternehmen mit einem agilen Mindset vorkommt. Dass eben jene agilen Unternehmen in Krisen einen deutlichen Vorteil besitzen, liegt nicht zuletzt an der spielerischen Herangehensweise und der damit einhergehenden kreativen Entfaltung agiler Methoden.

Fazit

Richtig eingesetzt vermögen uns Spiele und Spielelemente im Business-Kontext eine Hilfestellung in schwierigen Zeiten zu geben. Sie machen nicht nur Spaß, sondern halten unserer Organisation auch den Spiegel unseres alltäglichen Umgangs miteinander vor. Gerade deswegen sollten Spielmethoden in einer Zeit von Unsicherheit und Orientierungslosigkeit gezielt genutzt werden, um Selbstbewusstsein zu schaffen und gestärkt in die Zeit nach der Krise zu starten.

Und nicht zuletzt sollten wir uns die Fragen stellen: Wenn das Ziel der Erfolg ist, nehmen wir uns Zeit, unsere erreichten Ziele gebührend zu feiern? Und blicken wir auch auf den Erfolgsweg zurück? Denn so schön das Gewinnen am Spiel auch ist, der Prozess dorthin und die gemeinsamen Erfahrungen sind das, was eine Organisation oder ein Team formt und in Erinnerung bleibt.

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