Zunehmend kommen in Unternehmen intelligente Systeme, auch Künstliche Intelligenzen (oder abgekürzt KI genannt), zum Einsatz. Weltweit ist KI in vielen Unternehmen schon Realität; täglich kommen neue Anwendungen dazu. Das ambitionierte Ziel der Grundlagenforschung, dass Maschinen menschlich reagieren können, ist zwar noch immer eine Vision, in vielen Bereichen gibt es aber schon beachtliche Fortschritte. Schon jetzt übernehmen Roboter Aufgaben in der Altenpflege oder empfangen Gäste in Unternehmen. Schon bald werden künstliche Intelligenzen die Arbeit in Teams verändern. Roboter, die neben Menschen daran arbeiten, gemeinsame Teamziele zu erreichen, sind keine Utopie mehr. Sie werden immer besser, immer geschickter, immer klüger. Was heißt das für die Arbeitswelt? 

KI wird sich unaufhaltsam ausbreiten.

Das Erkennen und Verarbeiten von Mustern in Sprache, Texten und Bildern war bis vor wenigen Jahren Menschen vorbehalten. Nur sie konnten die komplexen Aufgaben bewältigen. Mittlerweile gibt es schon zahlreiche Einsatzgebiete, wo Maschinen Menschen unterstützen oder ganz ersetzen können. Wie sehr KI bereits in unserem Leben präsent ist, zeigen folgende Beispiele:

Spracherkennung wird bereits in vielen medizinischen Praxen erfolgreich eingesetzt. Die Ärztin diktiert Diagnosen, die Software wandelt das Gesprochene automatisch in Text für die Patient:innenakte um, überprüft die fertige Diagnose und sucht die dazu passenden Therapieformen. Beim Verlassen der Arztpraxis können die Therapien bei der Sprechstundenhilfe gebucht werden. Alles passiert innerhalb von 60 Minuten. Auch in Call Centern oder auf virtuellen KundInnen-Plattformen ist KI im Einsatz. Ein Bot arbeitet Erstkontakte erfolgreich ab, die Mehrzahl der Anfragen können so erfolgreich erledigt werden. Auch in Bewerbungsprozessen wird die erste Sichtung der Bewerbungen immer öfter von KI erledigt. Die Software erkennt, welche Kandidat:innen am besten für eine Position geeignet sind und zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Das alles ist bereits Realität. Eines ist daher sicher: Alles was digitalisiert werden kann, wird in Zukunft digitalisiert werden. Diese Entwicklung wird unaufhaltsam weitergehen.

Es geht auch in Zukunft nicht ohne menschliche Fähigkeiten.

Sicher ist auch, dass Menschen auf lange Sicht unverzichtbar bleiben werden. Menschliche Fähigkeiten erleben sogar eine große Aufwertung. Denken wir an den Einsatz von KI in der medizinischen Diagnose: In Sekundenschnelle kann die Software das relevante Wissen beschaffen und bewerten. Egal, wo auf der Welt es entstanden oder abgelegt ist. Die Ärztin hat alles sofort auf dem Bildschirm verfügbar und kann es in die eigenen Überlegungen einbeziehen. Für das Patient:innengespräch ist der Mensch dennoch und vielleicht auf immer unverzichtbar. Besonders bei Empathie und Intuition sind Menschen den Maschinen haushoch überlegen. Auch bei emotionaler Intelligenz, Vorstellungsvermögen, Kreativität und Teamfähigkeit liegen Menschen vorne. Diese Fähigkeiten werden nicht nur im Gesundheitsbereich, sondern überall gebraucht.

Zahlreiche Studien über die Zukunft der Arbeitswelt gehen davon aus, dass diese menschlichen Fähigkeiten in der Arbeitswelt weiterhin gebraucht werden. Beispielsweise haben das World Economic Forum oder Deloitte gezeigt, dass innovativ sein, transdisziplinär zusammenarbeiten, oder menschliche und fachliche Komponenten unter einen Hut bringen uns auch in den nächsten Jahrzehnten niemand abnehmen oder streitig machen wird. Innovationen entstehen durch transdisziplinäre Zusammenarbeit. Aus der Praxis wissen wir, dass Innovation oft ein bewusst chaotischer Prozess ist. Die besten Ideen und Innovationen entstehen nicht durch das Befolgen vordefinierter Prozessschritte, sondern durch Kommunikation, Verhandlungsgeschick und Vorstellungsvermögen. Wichtig dafür sind Tools, Know-how und ein passender Innovationsprozess. Aber ohne die menschlichen Fähigkeiten würde in diesem Prozess nichts entstehen.

Optimal ist die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine.

Mensch + Maschine ist die Erfolgsformel der Zukunft. Wenn alles digitalisiert wird, was digitalisiert werden kann, entstehen Freiräume, in denen sich die menschlichen Fähigkeiten entfalten können. Repetitive Arbeiten werden von Maschinen übernommen. Menschen widmen dann ihre ganze Kraft komplexen und kreativen Aufgaben und bringen Innovationen hervor. Je öfter das passiert, desto geübter werden Menschen beim Lösen von komplexen und kreativen Aufgaben. Frei von Routinearbeiten konzentrieren sie sich auf Tätigkeiten, die die Rechner nicht bewältigen können. Natürlich betreten wir damit Neuland. Rechtliche, ethische und moralische Bedenken sollen nicht weggewischt, sondern ausführlich diskutiert werden. Ebenso wie im Industriezeitalter brauchen wir auch im Digitalzeitalter adäquate Werte und Regeln, damit wichtige Werte erhalten bleiben. Am Beispiel der Forschung zur Automatisierung des Fahrens können der Nutzen, aber auch viele ungelöste Probleme, studiert werden: Die Rechner an Bord sind in vielem den Menschen am Steuer überlegen. Schaltkreise, Kameras, Sensoren und künstliche Intelligenz können vieles. Aber regelmäßig kommen sie im Alltag an ihre Grenzen. Nämlich genau dort, wo ein Mensch mit Erfahrung, Improvisation und Verstand die Situation meistert. Also knapp bevor gebremst, beschleunigt oder Spur gewechselt wird, weil sonst ein Unfall droht. Mit dem Vorausdenken und der routinierten Abwägung aller Optionen tun sich die Bordcomputer eindeutig schwer. Und wer ist dann schuld, wenn doch ein Unfall passiert? 

Potenzial der Kooperation von Mensch und Maschine bewusst gestalten.

Wie können Unternehmen die Vorteile der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine nützen? Eine klare Strategie für die Digitalisierung steht am Anfang. An ihr können sich Manager:innen und Mitarbeiter:innen orientieren. Was soll wann digitalisiert werden? Wo wird investiert, was sind die damit verbundenen Erwartungen? Wie wird es dem Unternehmen nützen? Je konkreter, desto besser. Das hilft, Angst und Scheu vor der KI abzulegen. Der Umgang mit KI, die Vorteile, aber auch die Nachteile müssen angesprochen und im Kontext der eigenen Organisation diskutiert werden. 

Menschen haben Angst davor, dass die KI-isierung Arbeitsplätze kosten wird. Wenn es gar um den eigenen geht, leidet oft das rationale Denken. Teil der Digitalisierungsstrategie muss sein, diese Ängste besprechbar zu machen. Die Entwicklung muss sich ja nicht nur negativ auswirken. Es kann nicht oft genug betont werden, wie wichtig offene Kommunikation dafür ist Mitarbeiter:nnen ins Boot zu holen. In Kombination mit einem guten Plan für den Digitalisierungsprozess kann es gelingen, einen ausreichend sicheren Rahmen für die Transformation zu schaffen.  Innerhalb diesen Rahmens kann mit KI experimentiert werden. Nach und nach können neue Formen der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine ausprobiert und etabliert werden. 

Wir bei fifty1 sind überzeugt, dass in der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine großes Potenzial für neue Geschäftsbereiche und vor allem für eine erfolgreiche und lebenswerte Zukunft steckt. Die Basis dafür ist ein ehrlicher Dialog in Gesellschaft und Unternehmen. Es ist eine Leadership-Aufgabe, diesen Dialog zu initiieren. Nur durch Kommunikation, Experimentieren und Lernen kann das Bewusstsein für Notwendigkeit und Chancen dieser Entwicklung im Unternehmen stärker werden. Viel Erfolg beim Experimentieren!

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