Virtuelle Teams sind auf dem Vormarsch – die Pandemie wirkt wie ein Brandbeschleuniger. In vielen Unternehmen waren Teams von einem Tag auf den anderen nur noch virtuell miteinander in Kontakt. Für Führungskräfte heißt das: Aufpassen – dass das Team nicht auseinanderbricht, dass kein Mitglied verloren geht oder dass Konflikte sich nicht wie Schwelbrände entwickeln. Plus: Das Leistungsniveau soll erhalten bleiben – oder, noch besser, sogar steigen. Ja, das gibt es! Manche Teams haben die Herausforderung angenommen und Innovationen entwickelt, die vor der Krise undenkbar waren. Was zeichnet Führungskräfte aus, deren Teams eine derartig gute Performance liefern?

3 Rollen für erfolgreiches Führen im virtuellen Raum.

Virtuelle Zusammenarbeit bringt im Idealfall viel Flexibilität, Ressourcen werden optimal genutzt und die Produktivität steigt. Wenn sie aber nicht kompetent und umsichtig organisiert wird, droht ein Leistungsabfall: Einsamkeit und soziale Isolation, stockender Informationsfluss und fehlende Anerkennung aufgrund der Unsichtbarkeit nagen an den Teammitgliedern. Überlastung und Platzprobleme tragen zusätzlich das ihre zur Unzufriedenheit bei. Wie gegensteuern? Grundlegende Führungskompetenzen wie Kommunikation, Moderation und Netzwerken gelten natürlich auch für das virtuelle Führen. Aber anders! Unsere Erfahrung zeigt, dass eine Führungskraft, die den virtuellen Raum bewusst gestaltet, am besten fährt.

Als virtuelle:r Kommunikationsarchitekt:in schafft die Führungskraft eine bewusste Kommunikationsarchitektur (gemeinsam mit dem Team und der IT-Abteilung). Welche Tools sind ideal für die virtuelle Kommunikation im Team? Welche Kanäle eignen sich wofür am besten? Welcher Tool-Mix ist für uns richtig? Wie können Probleme, aber auch Ängste, schnell erkannt und ausgeräumt werden? Die Führungskraft erkennt Schulungsbedarf und sorgt in jeder Hinsicht dafür, dass die Zusammenarbeit reibungslos ablaufen kann. So schafft sie die Basis für gut funktionierende Kommunikation. 

Als virtuelle:r Gastgeber:in moderiert die Führungskraft Arbeitsprozesse auch remote. Welche Tools werden wie verwendet? Ob physisch, telefonisch, schriftlich oder auf MS Teams: Wann ist welches dieser Tools angebracht? Wann ist synchrone Kommunikation angemessen, wann reicht es, asynchron miteinander im Kontakt zu sein? Wie wird die Kommunikation in den verwendeten Tools moderiert? Welche Regeln sollen gelten? Wie lange darf eine Antwort dauern oder in welchem Zeitraum müssen die Teammitglieder erreichbar sein? Die ausschließliche Nutzung digitaler Tools braucht umsichtige Moderation aller (also auch asynchroner) Arbeitsprozesse.

Als virtuelle:r Teamcoach stärkt die Führungskraft Teamzusammenhalt und Vertrauen. Wer das gut macht, der hat sowohl das soziale System als auch die Individuen im Blick. Wie geht es uns als Gruppe? Wie geht es jedem:r Einzelnen? In der rein virtuellen Zusammenarbeit fehlen viele Sinneseindrücke, die uns bei physischen Begegnungen erlauben, das Gegenüber zu „lesen“. Mimik, Gestik, ein leichtes Zögern, das Blitzen in den Augen sind im virtuellen Raum schwerer wahrzunehmen und zu interpretieren. Die Führungskraft in der Rolle des Teamcoachs kümmert sich daher aktiv um den sozialen Aspekt. Sie gleicht die fehlenden Kurzbegegnungen beim Kaffee oder auf dem Gang durch Maßnahmen aus, die virtuell möglich sind. Es gibt eine ganze Reihe einfacher Tools, die sich dafür eignen den sozialen Zusammenhalt zu stärken. Der Aufwand dafür macht sich auf jeden Fall bezahlt: Er schafft Vertrauen und stärkt den sozialen Zusammenhalt. 

Diese 3 Rollen der Führung auf Distanz ergänzen das Profil von guten Führungskräften. Sie sind wichtig für das Gelingen der virtuellen Kooperation. Ob Führungskräfte diese Funktionen selbst übernehmen oder dafür sorgen, dass sie kompetent besetzt sind, ist nicht entscheidend.  

Repertoire ausbauen und professionalisieren.

Unsere Erfahrung in der Begleitung von Unternehmen zeigt: Viele Manager:innen wissen intuitiv und erleben es auch, dass für die virtuelle Zusammenarbeit andere Regeln gelten. Und dass es für Kommunikation, Moderation und Netzwerken im virtuellen Raum zusätzlicher Tools bedarf. Sie brauchen daher ein Tool-Repertoire, das jetzt, in der Krise, an Bedeutung gewinnt. Und dann gilt: Ausprobieren und Feedback einholen. Was in einem Team gut funktioniert, kann sich in einem anderen als Rohrkrepierer erweisen. Es geht immer um die Wirkung im Team und damit um die Leistungsfähigkeit und den Output

Hinweis.

In unserem Workshop „Leading Digital Teams“ stellen wir viele praxistaugliche Tools für das erfolgreiche Management des virtuellen Führens vor. Wir diskutieren Vor- und Nachteile und fördern den Austausch von Erfahrungen unter den Teilnehmer:innen. Sie experimentieren mit den neuen Tools und kollaborativen Arbeitsweisen; sie reflektieren ihre Erfahrungen und die damit verbundenen Fragen. Welche Tools eignen sich für ihr Team? Was braucht ihr Team konkret? Wie kann die kollektive Intelligenz und Kreativität des Teams zur Lösung künftiger Herausforderungen beitragen? So erkennen sie, worauf es ankommt, die Transformation zu erfolgreichem virtuellen Führen zu vollziehen.

Training

Leading Digital Teams

Effektive und kraftvolle Führung in dynamischen Zeiten

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