Aus unserer Erfahrung verbringen jene Führungskräfte, die besonderen Wert auf Teamzusammenhalt legen, bis zur Hälfte ihrer Arbeitszeit in 1:1 Gesprächen. Im digitalen Raum steigt diese Zahl sogar noch weiter an. Diese Tendenz spießt sich zunehmend mit Zeiteffizienz. Die Frage, die uns daher beschäftigt ist: Wie kann man eine Kultur schaffen, die im Team möglich macht, was sonst in 1:1 Gesprächen passiert?

Wir haben Tipps für Teambuilding im digitalen Raum und das Führen von digilogen Teams, die sowohl analog als auch digital zusammenarbeiten, gesammelt.

Wie Emotionen die Unternehmenswelt im Innersten zusammenhalten

Emotionen – in unserer rationalen Wirtschaftswelt unterhalten wir eine gespaltene Beziehung zu ihnen. Weinen im Meeting? Geht gar nicht! Eine leidenschaftliche Firmenpräsentation halten? Fantastisch!

Gleichzeitig sind Emotionen ein anerkanntes Werkzeug, zum Beispiel in der Werbeindustrie. Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass Menschen nicht das kaufen, was rational Sinn macht, sondern das wozu sie sich hingezogen fühlen. Das Gleiche gilt für die Bindung von Mitarbeitenden an das Unternehmen. So sehr unsere Wirtschaftswelt auch getrieben ist von Messbarkeit, Standardisierung und Maschinisierung, so sehr lebt sie doch eigentlich von den Menschen, die hinter den Zahlen stehen: Menschen, die gerne ins Büro kommen, weil dort der liebe Kollege jeden Montag einen selbstgebackenen Kuchen mitbringt; die motivierter arbeiten, wenn sie Anerkennung von der Chefin erhalten; und die in der Kaffeepause teilweise spannendere Ideen entwickeln als im Kreativmeeting.

Noch ein Beispiel: Enthusiasmus ist ein wichtiger Motor von Motivation. Und motivierte Mitarbeitende arbeiten effizienter. An diesem Beispiel wird ersichtlich, wie Emotionen (Enthusiasmus) und wirtschaftliche Messgrößen (Effizienz) zusammenhängen. Emotionen sind ein Bindeglied von Teams. Sie schmieren wie Öl jede Wirtschaftsmaschine. Und sie sind die wichtigste Währung für Unternehmen, in einer Welt, in der Arbeiten im Home Office zur Norm wird.

Warum spielen gerade in der digitalen Zusammenarbeit Emotionen so eine große Rolle? Die einfache Antwort ist: Emotionen sind menschlich. Sie sind immer dort, wo Menschen einander begegnen. In der digitalen Welt gibt es solche Emotionen auch. Jedoch muss man ihnen dort aktiv Raum geben. Ein Beispiel: Wer im Büro aus einem Meeting kommt, quatscht am Weg zurück zum Schreibtisch noch mit Kollegen und Kolleginnen. Wer aus einem digitalen Meeting kommt sitzt allein zu Hause. Dadurch entfallen genau jene bereichernden Begegnungen, durch die so viele positive „Nebeneffekte“ für das Unternehmen entstehen.

Einer unserer Favoriten unter den „Nebeneffekten“:

Osmotische Kommunikation: Der Begriff von Alistair Cockburn beschreibt das Phänomen des zufälligen Mithörens. Es unterhalten sich zwei Kollegen miteinander und eine Kollegin, die gar nicht in das Gespräch involviert ist, hört es beiläufig mit und kann sich an jener Stelle einschaltet, wo sie einen wertvollen Beitrag leisten kann. Remote gibt es keine osmotische Kommunikation, weil immer nur jene Menschen im Call sind, die das Thema direkt betrifft.

Du willst noch mehr Beispiele für positive Nebeneffekte von Emotionen im Business Alltag? Unseren Guide „Digiloges Teambuilding – 3×3 Tipps zum Führen von hybriden Teams“ gibt’s für alle Newsletter Abonnenten gratis! Zum Newsletter-Abo >

Vor allem in den Wochen und Monaten von Home Office und Kurzarbeit haben viele Unternehmen erkannt, wie zentral diese „Nebeneffekte“ für die Vitalität jedes Unternehmens sind. Gerade weil Emotionen im digitalen Raum weniger präsent sind, arbeiten wir als fifty1 daran, wie eine starke Bindung auch remote und digilog ermöglicht werden kann.

Die Rolle der Führungskraft

Dass Emotionen eine essentielle Rolle im täglichen Arbeiten spielen, haben wir bereits aufgezeigt. Der wichtigste erste Schritt für Führungskräfte ist nun, dieses Wissen auch anzuwenden.

Veränderung beginnt bei mir selbst: Erinnere dich selbst daran, dass Emotionen, Nahbarkeit und Zwischenmenschliches berechtigte Teile der Arbeit deines Teams sind. Sei ein Vorbild und zeige wie es geht! Lasse deine Emotionen bei der Bürotür herein. Nutze beispielsweise die Landkarte der Emotionen von der Yale Universität, um deinen Emotionen einen Namen zu geben und damit deine emotionale Intelligenz zu steigern. Wir haben schon öfters beobachten dürfen, was für eine beeindruckende Wirkung es auf ein Team hat, wenn Vorgesetzte Emotionen jenseits von Freude oder Ärger zeigen.

Du willst noch mehr Tipps für Führungskräfte? Unsere Newsletter Abonnenten bekommen unser Whitepaper „Digiloges Teambuilding – 3×3 Tipps zum Führen von hybriden Teams“ gratis! Zum Newsletter-Abo >

Raum für digitales Teambuilding – Bindung auf Distanz

Wie bereits gezeigt, passiert Teambuilding über die kleinen Feinheiten des Zwischenmenschlichen. Diese lassen sich nicht einfach erzeugen oder erzwingen. Was du aber tun kannst, ist Räume dafür zu schaffen, dass diese (Ver)Bindung durch Austausch stattfinden kann. Konkret bedeutet das, du musst dir dezidiert Zeit dafür nehmen.

So schaffen wir es bei fifty1:

  • Wir machen regelmäßige, kurze Arbeitsabstimmungen im ganzen Team (so genannte „Stand-Ups„, 15 Minuten maximal).
  • Wir machen Check-in und Check-out bei jedem Meeting.
  • Wir organisieren einmal pro Woche ein Teammeeting (Dauer 1 Stunde). Da planen wir auch bewusst mehr Zeit ein, um zwischenmenschlichen Themen Raum geben zu können.
  • Einmal im Monat versuchen wir uns alle persönlich zu treffen.

Diese Elemente sind für uns ausreichend, um eine gute Verbindung zum Team und zum Unternehmen zu spüren. Dazu muss man aber sagen: Wir sind ein kleines Team – für Bindung hat das Vorteile! Plus, wir arbeiten schon immer agil und voll digital. Dazu kommt, dass bei uns der Mensch als Ganzes im Zentrum steht. Selbst die Männer in unserem Team haben nicht mit der Wimper gezuckt, als ich einmal berichtete, dass ich aufgrund von PMS heute einfach lustlos sei zu arbeiten. Im Gegenteil, sie meinten wie toll es sei in einem Unternehmen zu arbeiten, wo über so etwas offen gesprochen werden kann. Dies nur als Beispiel :).

Für Teams die größer sind und eine andere Kultur haben als wir, kann es sein, dass diese Elemente nicht ausreichen. Selbstverständlich gibt es aber auch noch andere Möglichkeiten Bindung im digitalen Raum zu erzeugen:

Silent Working Hour: Dieses Format zielt darauf ab, osmotische Kommunikation im digitalen Raum zu ermöglichen. Es handelt sich dabei um einen Termin, der ein bis zwei Stunden dauern kann. Der Termin ist ein Online-Call in dem die Mitglieder des Teams mit eingeschalteter Kamera zusammen sitzen und jeder für sich an seinen eigenen Dingen arbeitet. Es fühlt sich fast so an, als wäre man gemeinsam in einem Raum. Wie im Büro auch, hört man die Tastatur der anderen. Jemand steht auf und holt sich einen Kaffee, eine Kollegin schaut vom Arbeiten auf und stellt eine Frage: entweder direkt an jemand anderen oder an die ganze Runde. Wer sich berufen fühlt, antwortet. Wer nicht, kann weiterarbeiten. Mit dem sprichwörtlichen „einen Ohr“ sind aber die anderen auch involviert. So bekommt man viel von den Kollegen und Kolleginnen mit und osmotische Kommunikation kann auch im digitalen Raum passieren. Dieses Format bringt das Großraumbüro ins individuelle Zuhause und eignet sich besonders für einfach fokussierbare Arbeiten und Team-Austausch.

Wichtig ist: Termine dieser Art müssen verpflichtend sein. Ansonsten bindet man nur jene Mitglieder ans Team, die ohnehin genug gebunden sind um fraglos teilzunehmen.

Du willst noch mehr Inspiration für Bindung im digitalen Raum? Wirf einen Blick in unseren Guide „Digiloges Teambuilding – 3×3 Tipps zum Führen von hybriden Teams“. Für alle Newsletter Abonnenten gratis! Zum Newsletter-Abo >

Fazit

Digiloge Teams stehen vor der Herausforderung Bindung zueinander aufzubauen ohne auf gelernte und automatische Verhaltensweisen zurückgreifen zu können. Die gute Nachricht ist aber, dass auch über Distanz und elektronische Leitungen hinweg ein Zusammengehörigkeitsgefühl aufgebaut werden kann. Es braucht nur kreative Herangehensweisen und den Willen sich auch in der digitalen Welt mit all seinen Emotionen „zu zeigen“.

Auf den Geschmack gekommen? Hier ein paar Themen, bei denen wir dir gerne helfen!

  • Führungskräfte Entwicklung für digiloge Teams
  • Online Teambuilding
  • Hybrides Teambuilding auf Unternehmensebene mit 100 Personen und mehr
  • Weihnachtsfeier remote
  • Digitales Onboarding

Workshop

Digiloges Arbeiten

Die neue Art Meetings mit online & offline Teilnehmenden besser zu gestalten

Newsletter Anmeldung

Guide „Digiloges Teambuilding“ für neue Abonnenten gratis!

Du willst spannende Insights zu den Themen der digitalen Transformation? In unserem Newsletter teilen wir regelmäßig Learnings und Best Practices mit dir. Als Dankeschön für deine Anmeldung bekommst du unseren exklusiven Guide „Digiloges Teambuilding“ mit all unseren Tipps für das Führen von digital-analogen Teams.