Wertschätzung ist essenziell beim Kulturwandel

Wertschätzung macht einen spürbaren Unterschied. Es verändert die Beziehung zwischen den handelnden Personen. Wer etwas Positives oder Anerkennendes über eine Kollegin oder einen Kollegen denkt, sollte es nicht beim Gedanken belassen, sondern ihn auch aussprechen. Beide spüren das, auch wenn es sich nur um eine kleine Veränderung handelt und fortan ist die Arbeitsbeziehung ein bisschen besser oder um einen Tick belastbarer. Wertschätzung enthält auch einen Anteil Selbstoffenbarung: A bemerkt, dass B etwas gut kann oder besonders geschickt gemacht hat. Und B tut diese Aufmerksamkeit gut.

Kultur verändert sich nicht auf Knopfdruck

Kultur ist weitgehend unbewusst und daher stabil, man verändert sie nicht einfach mal so. Ed Schein definiert Kultur als "how we do things around here." Die Gewohnheiten sind in der Regel ziemlich stark verfestigt. Wer je versucht hat, seine persönlichen Gewohnheiten zu verändern, weiß, wie schwer das ist. Gewohnheiten sind ja auch wichtig, sie sorgen für Stabilität im Leben. Sie zu verändern ist beim Einzelnen schon schwer genug, in Unternehmen ist es oft noch schwerer. Die Gewohnheit, nur Unleidiges anzusprechen, ganz nach dem Motto "nichts gesagt ist gelobt genug" ist fatal. Nur das tendenziell Negative wird besprochen. Vielleicht hat es früher einmal als Anerkennung gereicht, aber heute gibt es andere Ansprüche. Also: ändern Sie Ihre diesbezüglichen Gewohnheiten. Machen Sie es zu einer neuen Gewohnheit, sich wertschätzend zu äußern.

Egal, ob informell oder strukturiert, Hauptsache: ehrlich gemeint

Im Arbeitsalltag gibt es viele Gelegenheiten, anderen wertschätzend zu begegnen. Man muss nur genau genug hinschauen und achtsam sein. Es gibt auch viele Methoden, um Wertschätzung strukturiert zu geben, etwa in einem Training, aber auch in einem Meeting. Eine davon ist die Übung "Brilliante Momente". Sie wird paarweise gemacht und ist ganz einfach. Sie eignet sich immer dann, wenn Sie die Teilnehmenden eines Meetings positiv aufeinander einstimmen wollen. Die Übung ist einfach und wirkungsvoll: A erzählt 3 Minuten lang über einen beliebigen brillianten Moment, also eine Begebenheit, die gut gelungen ist und mit der A zufrieden ist. B hört aufmerksam zu. Am Ende der Erzählung bedankt B sich bei A und erzählt A, welche Ressourcen sie oder er hinter der Geschichte vermutete also was B dabei geholfen haben mag, diesen brillianten Moment zu schaffen. B hört zu. Anschließend werden die Rollen getauscht B erzählt und A gibt Rückmeldung zu den vermuteten Ressourcen und Kompetenzen. Diese Übung dauert nicht lange und ist sehr wirkungsvoll, weil sich die Wertschätzung an einer konkreten Schilderung orientiert und sich auf die Stärken des anderen bezieht. Probieren Sie es aus. Es ist ganz einfach. Und sie werden sehen: sie bewirkt eine Veränderung.

 

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