So entwickelt sich die Arbeitswelt: Sieben Trends der New Work

Je agiler Unternehmen und Organisationen arbeiten, desto mehr verändert sich unsere Arbeitswelt. Dinge, die vor einigen Jahren noch State-of-the-Art waren, sind mit dem heutigen Zeitgeist nicht mehr vereinbar. Veränderungen passieren mitunter so schnell, dass Prozessbeschreibungen und Arbeitsdefinitionen der Entwicklung kontinuierlich hinterherhinken. Diese Veränderungen wirken sich, direkt oder indirekt, in allen Organisationsformen aus. Das Fraunhofer Institut* hat sieben Trends charakterisiert, die unsere Arbeitswelt von morgen prägen werden.

  1. Orientierung am Wettbewerb

Unternehmen sind heutzutage an vielen Fronten gefordert. Zunehmende Globalisierung, starker Wettbewerb und hoher Innovationsdruck zwingen die Unternehmen zum Umdenken. Gearbeitet wird in selbstorganisierenden Projektteams, ihr Hauptwerkzeug ist Wissen. Führung hat dabei die Aufgabe, die Rahmenbedingungen zu optimieren und die Selbststeuerung der Teams zu ermöglichen. Die Projektteams müssen sich zunehmend mehr direkt an ihren Kundinnen und Kunden, am Wettbewerb und am Erfolgsdruck orientieren.

  1. Bewältigung wechselnder Aufgaben

Der starke Fokus auf Projekte in der heutigen Arbeitswelt führt zu einem hohen Anteil an Teamarbeit. Dabei wechselt die Zusammensetzung der Teams von Projekt zu Projekt. Häufig arbeiten Mitarbeitende gleichzeitig an mehreren und unterschiedlichen Aufgaben. Herausfordernd ist auch, dass sie in den Projektteams verschiedene Rollen übernehmen und mit kaum bekannten Teammitgliedern kooperieren.

  1. Arbeit in selbstorganisierten Teams

Eigenverantwortung ist der Schlüssel zum Erfolg, wenn es um die Arbeit in selbstorganisierten Teams geht. Die Teams entwickeln Vorgehensweisen, Anforderungen und Ressourcenbedarf und lösen Probleme selbstständig. Auch Ziele werden im Team erarbeitet. Als Vorlage dienen die Anforderungen der Kundenprojekte. Führung wird auf ein Minimum reduziert. Führungskraft und Team erarbeiten gemeinsam einen Zeitplan, danach zieht sich die Führungskraft zurück, unterstützt das Team und schafft optimale Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Projektarbeit.

  1. Internationale Arbeit

Die Globalisierung ist immer wieder Triebfeder für Veränderungen in Unternehmen. Auch die tägliche Projektarbeit wird globaler. Projektteams mit Mitgliedern aus aller Welt sind normal. Gearbeitet wird mit Videokonferenzen, Projektmanagementtools und dann und wann in persönlichen Meetings. Mittel- oder langfristige Arbeitsaufenthalte im Ausland sind für Agile Worker nicht ungewöhnlich.

  1. Präsenz im Bedarfsfall

Fixe Arbeitszeiten im immer gleichen Büro sind ein Relikt der Vergangenheit. Internationale Arbeit, die Orientierung am Wettbewerb und die Vorstellungen der Mitarbeitenden braucht andere Rahmenbedingungen. Der Kunde aus L. A. möchte das neue Budget besprechen? Kein Problem am Heimarbeitsplatz um 10 Uhr am Abend. Eine mehrstündige Geschäftsreise mit dem Zug? Die Reisezeit wird mit Arbeiten am Laptop, Tablet oder Smartphone genutzt. Arbeit geschieht da, wo sie anfällt und dann, wenn sie anfällt.

  1. Arbeit in atypischen Verhältnissen

40 Stunden-Woche, Festanstellung, Kollektivvertrag, Sozialversicherung? Das war einmal. Agiles Arbeiten fordert Flexibilität. Nicht nur bei der Art der Aufgaben, der Rolle im Team, der Arbeitszeit oder dem Arbeitsort. Auch die Art der Anstellung muss flexibel sein, um stets auf die Anforderungen des Marktes reagieren zu können. Sogenannte atypische Arbeitsverhältnisse sind deswegen auf dem Vormarsch. Befristungen, Werkverträge und freie Mitarbeitende gehören genauso dazu wie selbstständige, externe Consultants.

  1. Ständiger Erwerb von neuem Wissen

Immer wieder neues Wissen ist das Kapital der agilen Organisation. Um den ständig wechselnden Anforderungen des Marktes gerecht zu werden, ist ständiges Dazulernen ein Muss. Die selbstorganisierten, internationalen Projektteams arbeiten sich immer wieder in fremde Fachgebiete ein und erschließen sich laufend neue Wissensquellen.

Unternehmen und Organisationen aller Art müssen sich also auf einige Veränderungen gefasst machen. Die beschriebenen Trends erfordern die Auflösung verkrusteter Strukturen, einen Kulturwandel im gesamten Unternehmen und einen Paradigmenwechsel in der Führungsarbeit. Aber vor allem erfordern sie ein hohes Maß an Flexibilität.

 

*Quelle: Korge, Gabrielle; Bruck, Susanne; Stolze, Dennis (2015):»Die Digital Natives«: Grenzenlos agil? In: Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO. Kopfarbeit Index. https://www.iao.fraunhofer.de/images/iao-news/studie-digital-natives.pdf

 

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