Es braucht mehr als nur coole Werkzeuge und Buzzword Bingo um Agilität erfolgreich einzuführen. Darum haben wir eine Checkliste zusammengestellt, die beim Set Up helfen soll.

Agilität ist der Trend schlechthin wenn es darum geht Unternehmen fit für die Zukunft zu machen. Die Idee hinter agilem Arbeiten ist schnell erklärt: Hierarchien werden möglichst aufgeweicht, interdisziplinäre Teams arbeiten selbstorganisiert und fällen Entscheidungen selbstständig. Iterative Entwicklungsprozesse ermöglichen schnelles Lernen und kurze Entwicklungszyklen. Unsere Erfahrung zeigt, es braucht vor allem die richtige Basis an Werten und Haltungen, um Agilität zum Erfolgsfaktor zu machen. Die folgenden Fragestellungen begleiten uns daher bei all unseren Projekten.

1) Leben wir die Werte von agilem Arbeiten?

Agilität ist vor allem eine Grundhaltung. Beschäftigen Sie sich damit, welche Einstellungen und Werte auf dem Weg zum agilen Unternehmen wichtig sind. Weichen Ihre gelebten Prinzipien signifikant davon ab, dann arbeiten Sie gezielt an deren Neugestaltung. Diese Veränderung geht nicht über Nacht und bedeutet oft viel Arbeit. Der Lohn dafür: ein guter Nährboden für agile Praktiken.

2) Welche Ziele wollen wir mithilfe von Agilität erreichen?

Agilität ist nicht die Lösung selbst. Sie dient dazu, nachhaltig nützliche Ergebnisse (für Kunden) zu erzielen und diese laufend durch kleinere Anpassungen (Iterationen) zu verbessern. Nur dann haben agile Praktiken ihre Berechtigung. Die Frage „Warum brauchen wir überhaupt Agilität?“ steht somit vor der Auswahl der passenden Techniken. Kennen Sie den übergeordneten Unternehmenszweck? Was wollen Sie und Ihr Team für Ihre Kunden erreichen?

3) Wie können wir agiles Arbeiten einführen?

Prüfen Sie genau, welche Tools und Praktiken für Ihr Unternehmen wichtig und richtig sind. Lassen Sie sich dabei nicht von tollen Namen blenden. Ihre spezielle Ausgangssituation ist ausschlaggebend und nicht ein glitzerndes Best-Practice-Beispiel. Scheuen Sie sich nicht davor Dinge auszuprobieren und auch wieder sein zu lassen, sollten Sie für Ihr Unternehmen nicht das Richtige sein – ganz im Sinne der agilen Vorgehensweise!

4) Wo macht Agilität wirklich Sinn?

Mit agilen Praktiken lassen sich komplexe und unsichere Situationen mit schnell wechselnden Anforderungen besser bewältigen. Hüten Sie sich davor, immer und überall agile Tools als Mittel der Wahl einzusetzen. Es gibt bestimmt Bereiche in Ihrem Unternehmen, die niemals agil werden müssen. In anderen macht Agilität durchaus Sinn, für wieder andere macht eine Einführung von agilen Arbeitsweisen erst zu einem späteren Zeitpunkt Sinn. Lernen Sie, Situationen passend einzuschätzen.

5) Wer sollte miteinbezogen werden?

Agile Praktiken erfordern crossfunktionale Teams, die selbstgesteuert und von einem (internen) Coach moderiert alle Kompetenzen bündeln, um das erforderliche Ergebnis zu erzielen. Die Aufgabe von Führungskräften besteht darin, die passenden Rahmenbedingungen für diese Teams zu schaffen. Das kann von der Implementierung förderlicher Strukturen und Prozesse bis hin zum Aufbau von praktischem Know-how im Team reichen.

Dont’ fake it – just make it

Kurz gesagt: Agilität erfordert Mut und vor allem Hausverstand. Abseits von Buzzwords und Heilsversprechungen lassen sich mit agilen Ansätzen und der passenden Einstellung wertvolle und vor allem brauchbare Ergebnisse erzielen.